Cathie Wood über eine Tesla-SpaceX-Fusion, Bitcoin bei einer Million Dollar und die Agentenökonomie

Eine Zukunftsdebatte über Musks Unternehmen, autonome KI-Agenten, Stablecoins, humanoide Roboter, Tokenisierung und Bitcoin.

Im Mittelpunkt des Gesprächs steht eine mögliche Wirtschaft, in der KI-Agenten nicht nur Informationen liefern, sondern selbstständig arbeiten, bezahlen und Kapital einsetzen. Die Diskussion verbindet dieses Szenario mit Elon Musks Unternehmensnetzwerk, Blockchain-Infrastruktur, Robotik und Cathie Woods langfristiger Bitcoin-These.

Tesla und SpaceX auf einem gemeinsamen Weg

Wood sagt, sie rechne letztlich mit einem Zusammenschluss von Tesla und SpaceX. Ein bestätigtes Geschäft oder ein verbindlicher Zeitpunkt wird jedoch nicht genannt. Als übergeordnetes Ziel sieht sie die Besiedlung des Mars; Satellitenkommunikation, KI, autonome Fahrzeuge, Energie, humanoide Roboter und mögliche Rechenzentren im Orbit versteht sie als Bausteine auf diesem Weg.

Als mögliches Hindernis nennt das Gespräch Teslas starke Verbindung zu China bei gleichzeitiger Bedeutung von SpaceX für die amerikanische Verteidigung. Woods Vorstellung einer produktiveren Zusammenarbeit zwischen den USA und China bleibt dabei ausdrücklich ein optimistisches Szenario.

KI-Agenten als eigenständige Marktteilnehmer

Ein Diskussionsteilnehmer hält es für möglich, dass es bereits im folgenden Jahr mehr KIs als Menschen im Internet gibt. Hinter jedem menschlichen Nutzer könnte ein dauerhaftes Hauptsystem stehen, das je nach Aufgabe zahlreiche kurzlebige Unteragenten erzeugt.

Sobald solche Agenten wirtschaftlich handeln, benötigen sie überprüfbare Identitäten, Geld für Rechenleistung, nachvollziehbare Arbeitsbiografien und klare Haftungsregeln. Ebenso müsste feststehen, wem ein Agent gehört, welche Anreize ihn steuern und ob er die von ihm behaupteten Leistungen tatsächlich erbracht hat.

Für Anbieter digitaler Produkte folgt daraus eine neue Anforderung: Daten und Dienste müssten nicht nur für Menschen, sondern auch unmittelbar für Maschinen zugänglich sein. Die Agenten könnten zunehmend selbst entscheiden, welche Werkzeuge sie für eine Aufgabe einsetzen.

Stablecoins als Zahlungsmittel der Maschinenwirtschaft

Stablecoins werden als rund um die Uhr verfügbares und kostengünstiges Zahlungsmittel dargestellt. Agenten könnten damit Rechenkapazität bezahlen, untereinander abrechnen oder kleine Kredite aufnehmen und zurückzahlen. Öffentliche Blockchains könnten gleichzeitig dauerhafte Protokolle ihrer Aktivitäten bereitstellen.

Die notwendige Größenordnung ist allerdings noch nicht erreicht. Milliarden wirtschaftlich aktiver Agenten könnten Millionen Transaktionen pro Sekunde erfordern. Die Gesprächsteilnehmer räumen ein, dass die geeignete technische Architektur dafür offen ist. Hinzu kommen Fragen nach Datenschutz, endgültiger Zahlungsabwicklung, bekannten Validatoren und regulatorischer Einbettung.

Tokenisierte Märkte ohne Öffnungszeiten

Die Diskussionsrunde erwartet, dass Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Aktien und weitere Vermögenswerte zunehmend tokenisiert werden. Dauerhaft geöffnete Märkte könnten Kapital effizienter verteilen und ausländischen Anlegern einen leichteren Zugang zu Unternehmen und Wertpapieren ermöglichen.

Als weiteres Argument wird Kapital genannt, das heute während langsamer grenzüberschreitender Abwicklungen gebunden bleibt. Eine sofortige Abrechnung könnte einen Teil davon schneller wieder für Investitionen verfügbar machen. Auch dies ist eine Zukunftserwartung und kein bereits vollständig realisierter Zustand.

Humanoide Roboter brauchen länger

Wood verweist auf eine ARK-Schätzung, nach der ein humanoider Roboter ungefähr 200.000-mal komplexer als ein Robotaxi sei. Besonders die Hände stellten eine große technische Herausforderung dar. Während Musk eine Skalierung gegen Ende 2028 oder 2029 in Aussicht gestellt habe, rechnet Wood mit einigen zusätzlichen Jahren.

Tesla sieht sie dennoch in einer guten Ausgangslage, weil Robotaxis und Humanoide auf einer ähnlichen Kombination aus KI, Robotik, Batterien und elektrischen Antrieben aufbauen. Die Runde erwartet außerdem erhebliche Sicherheitsgewinne durch autonomes Fahren, trennt dabei aber veröffentlichte Daten zu Waymo von ihrer eigenen Einschätzung zu Tesla.

Gesundheit, Beschäftigung und menschliche Nähe

Für Wood ist das Gesundheitswesen eine besonders tiefgreifende und bislang unterschätzte Anwendung der KI. Biologische Daten und leistungsfähige Modelle könnten neue Diagnosen und Therapien ermöglichen. Gleichzeitig passe das im Technologiesektor verbreitete Prinzip des schnellen Experimentierens nicht ohne Weiteres zu klinischer Sicherheit und medizinischer Regulierung.

Beim Arbeitsmarkt vertreten die Teilnehmer die These, dass Technologie langfristig netto Arbeitsplätze schafft, auch wenn kurzfristige Verwerfungen auftreten können. Welche neuen Berufe entstehen, sei heute ebenso schwer vorherzusagen wie die Plattformberufe der Gegenwart aus Sicht der frühen 1990er-Jahre.

Je häufiger automatisierte Erfahrungen werden, desto wertvoller könnte zudem echter menschlicher Kontakt werden. Verfahren zum Nachweis menschlicher Identität würden dadurch wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung gewinnen.

Die Bitcoin-Prognose bleibt bestehen

Wood erklärt, dass ARK seine Bitcoin-Prognose einschließlich des im Gespräch genannten Kursziels von einer Million Dollar nicht geändert habe. Sie erkennt jedoch an, dass Stablecoins inzwischen einen Teil der Zahlungsfunktion übernehmen, die früher Bitcoin zugeschrieben wurde.

Ihre verbleibende These betrachtet Bitcoin als internetnativen Vermögenswert, privates regelbasiertes Weltwährungssystem und ersten Vertreter einer neuen Anlageklasse mit geringer historischer Korrelation zu Gold. Das Kursziel ist eine Investmentprognose und keine zugesicherte Entwicklung.

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