Wo Brad Gerstner Milliarden investiert

Brad Gerstner erläutert seine Sicht auf KI, Compute, Rechenzentren, SpaceX und breitere Kapitalbeteiligung.

Brad Gerstner beschreibt den KI-Markt als einen Bereich, der bereits mehrere kleinere Korrekturen erlebt hat, dessen grundlegende Nachfrage aber weiter stark bleibt. Der entscheidende Wendepunkt war für ihn die Verbesserung des Schlussfolgerns zur Inferenzzeit und die Aussicht, dass Agenten eine deutlich größere Nachfrage nach Tokens und Rechenleistung erzeugen.

Eine zentrale Rolle spielt Anthropic. Gerstner argumentiert, dass die Umsatzentwicklung von Anthropic entscheidend für die gesamte KI-Erzählung am Markt gewesen sei. OpenAI und Google hätten gute Zahlen geliefert, doch Anthropic wird in der Diskussion als das Unternehmen dargestellt, das die reale Umsatznachfrage nach KI besonders deutlich bestätigt hat.

Beim Thema Token-Ausgaben nimmt Gerstner eine Mittelposition ein. Er weist die pessimistische Sicht zurück, wonach KI-Umsätze im Wesentlichen aus Verschwendung und Experimenten bestehen. Gleichzeitig glaubt er nicht, dass jede Ausgabe bereits perfekt optimiert ist. Unternehmen werden effizienter werden, doch die Nutzung steht noch so früh, dass Wachstum trotz Optimierung weiter möglich ist.

Diese Unterscheidung prägt auch seinen Blick auf Software. Unternehmen, die im „Token Flow“ liegen, können direkt von steigender KI-Nutzung profitieren. Databricks, Snowflake und ClickHouse werden als Beispiele für Infrastruktur genannt, bei der mehr KI-Nutzung auch mehr Datenbankabfragen bedeuten kann. Klassische, stärker nach vorne gerichtete SaaS-Anwendungen könnten dagegen stärker unter Druck geraten, wenn Modelle mehr ihrer Funktionen übernehmen.

Rechenzentren sind für Gerstner ein wirtschaftliches, politisches und strategisches Thema. Ein Moratorium für Rechenzentren bezeichnet er als katastrophal für die USA, weil es Wachstum, Beschäftigung, Produktivität und den Wettbewerb mit China gefährden würde. Zugleich erkennt er lokale Sorgen über Wasser, Strompreise und direkte Vorteile für Gemeinden an und spricht sich für einen greifbaren Nutzen für betroffene Regionen aus.

SpaceX und Elon Musk erscheinen in der Diskussion ebenfalls aus der Perspektive von Rechenleistung. Gerstner sagt, niemand sei besser darin, Elektronen in Tokens zu verwandeln als Elon. Er erwartet mehr Rechenzentren von ihm, zunächst auf der Erde und langfristig möglicherweise im Weltraum. Das verändert aus seiner Sicht auch die Wahrnehmung eines möglichen SpaceX-Börsengangs.

Für das Portfolio erklärt Gerstner, dass Altimeter stark auf KI und Compute ausgerichtet ist. Er nennt große Einsätze bei OpenAI und Anthropic sowie Engagements in Halbleitern, Speicher, Rechenzentren und KI-naher militärischer Modernisierung. Außerdem hält er einige börsennotierte KI-Gewinner trotz starker Kursentwicklung gemessen am Wachstum weiterhin für niedrig bewertet.

Zum Schluss geht es um die „Trump accounts“, ein Programm, das amerikanischen Kindern ein in den S&P 500 investiertes Konto geben soll. Gerstner beschreibt es als Form breiter privater Eigentümerschaft: Kinder sollen von null zu einem ersten Kapitalanteil gelangen, vom Zinseszinseffekt profitieren und stärker am wirtschaftlichen Erfolg des Landes beteiligt werden.

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